Dokuessay

„Palmyra“ im kino

2008 konnte Hans Puttnies, ­Professor für Medienkultur in Darmstadt, ­längere Zeit in der berühmten Stadt Palmyra in Syrien relativ ungestört filmen. Inzwischen sind wichtige Teile der Tempelanlagen bei der ­Eroberung durch den IS zerstört worden. Die Aufnahmen dokumentieren eine bestimmte Phase in der Geschichte Palmyras, also auch einen Verlust.

Kairos Filmverleih

Nun hat Hans Puttnies aus dem Material einen Essayfilm gestaltet, in dem es ihm ausdrücklich darum geht, die vielen Schichtungen von Palmyra nicht zu unterschlagen: Er sieht dort eben keine antike Stadt, sondern ­Altertümer, die in einer zeitgenössischen Umgebung vorzufinden sind. Dass die arabischen Lehmsiedlungen wegen westlicher ­Archäologen geschleift wurden, ist eines von vielen Details, mit den Puttnies in seinem höchst spannenden Film Palmyra letztlich – zugespitzt – als eine abendländische Erfindung erkennbar macht. Man kann mit dem Film das Sehen neu lernen, und wird danach auch an anderen Orten wacher unterwegs sein.

Palmyra D 2017, 90 Min., R: Hans Puttnies, Start: 6.9.

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