Drama

„Paraíso“ im Kino

Liebe zwischen Diätgruppe und Kochkurs

Paraiso
Foto: Gregory Smith/ Arsenal Filmverleih

Ein außergewöhnlicher Filmanfang: Wir sehen ein sehr übergewichtiges Paar beim Sex – zärtlich, liebevoll, mit viel Humor. Ein paradiesischer Zustand, leider nicht das Happy End, sondern ein Einstieg, der klarmacht: Schöner geht es nicht – ab jetzt wird es komplizierter. Die Szene stellt die Frage nach der Wichtigkeit von Schönheitsnormen und fordert Sehgewohnheiten heraus.
Carmen und Alfredo ziehen aus einem beschaulichen Vorort nach Mexiko City. Doch die Megastadt hält für das Ehepaar einige Schocks bereit. Plötzlich konfrontiert mit dem alltäglichen Schönheitswahn beginnt Carmen an sich und ihrem Wohlgefühl im eigenen Körper zu zweifeln. In einer gemeinsamen Diätgruppe nimmt Alfredo ab, Carmen nicht. Während ihr Mann sich nicht nur körperlich verändert, scheint sie im alten Zustand stecken zu bleiben, und das Vertrauen bröckelt. Einfühlsam und mit großartigen Schauspielern erzählt der Film von der Auseinandersetzung mit eigenen und fremden Wertvorstellungen, Veränderungen und ihrer Auswirkung auf Beziehungen. Körpergewicht ist dabei nur ein Beispiel. Das Paradies muss immer neu erkämpft werden.

Paraiso MEX 2015, 105 Min., R: Mariana Chenillo, D: Andrés Almeida, Daniela Rincón, Camila Selser, Start: 30.6.

Bewertungspunkte2

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