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„Parallax Sounds Chicago“ im Kino

Parallax Sounds Chicago

Chicago im Mittleren Westen der USA war in den neunziger Jahren so etwas wie ein Gegenentwurf zu Seattle. Während dort Kurt Cobain stellvertretend für eine desperate Grunge-Generation harte Riffs auf der Gitarre drosch, bereitete in Chicago eine lose Gruppe von Musikern das vor, was man inzwischen als Postrock etikettiert. Diese im engeren Sinn manchmal auch ziemlich vertrackte Musik macht aber keineswegs die Vielfalt aus, die Augusto Contento in seinem Dokumentarfilm „Parallax Sounds Chicago“ als erster Geschichtsschreiber der Szene in den Blick nimmt. Zu seinen Kronzeugen zählt neben Davids Grubbs (Gastr del Sol) und dem Saxofonisten Ken Vandermark (The Flying Luttenbachers) ja auch noch Steve Albini, der mit Big Black und Rapeman ordentlich Krach machte, sich hier aber als rechtschaffener Intellektueller seines wilden Tuns zeigt. Chicago war immer mehr „straight edge“ als „bad trip“, und in „Parallax Sounds Chicago“ sprechen große Musiker (häufig bei Bahnfahrten durch die pittoreske Landschaft dieses Stadtklassikers der Moderne) von ihrem Tun wie Werktätige, die das Ethos erläutern, mit dem man am Fließband Anarchist sein kann.

Text: Bert Rebhandl

Foto: Real Fiction Filmverleih

tip-Bewertung: Annehmbar

Orte und Zeiten: „Parallax Sounds Chicago“ im Kino in Berlin

Parallax Sounds Chicago, ?Deutschland/Frankreich/Finnland/USA 2012; Regie: Augusto Contento; 100 Minuten; FSK 0

Kinostart: 30. Januar

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