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„Patrik 1,5“ im Kino

patrikSchweden ist eines der fortschrittlichsten Länder in Sachen Gleichberechtigung. Ella Lemhagens neuer Film „Patrik 1,5“ etwa handelt von einem schwulen Ehepaar mit Kinderwunsch, das sich auf die amtlich genehmigte Adoption eines Babys freut. Doch dass auch Schweden nicht das Paradies ist, wird in dem Beziehungsdrama schnell klar. So schlägt den Männern in ihrer neuen Nachbarschaft im adretten Mittelklasse-Vorort kaum kaschierte Homophobie entgegen. Auch die gute Nachricht hat einen Haken: Handelt es sich beim zugesprochenen Kind doch nicht um ein Baby, sondern um einen straffälligen Teenager, der sonst nirgends unterzubringen ist.

Für sein im Grunde ernstes Thema findet der Film einen angenehm leichten, doch nie leichtfertigen Ton. Etwas zu klischeehaft wird die Spießer-Nachbarschaft überzeichnet; dann wird Lemhagens Streben nach einem Mainstream-Publikum spürbar. Ihr Blick aber aufs Wesentliche – die Hauptfiguren und ihre fragilen Beziehungslagen – bleibt fein beobachtend und glaubhaft.

Text: Ulrike Rechel

tip-Bewertung: Annehmbar

Orte und Zeiten: „Patrik 1,5“ im Kino in Berlin

Patrik 1,5 Schweden 2008; Regie: Ella  Lemhagen; Darsteller: Gustaf Skarsgеrd (Göran Skoogh), Torkel Petersson (Sven Skoogh), Thomas Ljungman (Patrik); 105 Minuten

Kinostart: 7. Oktober

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