Biopic

„Paula“ im Kino

Carla Juri brilliert als Malerin „Paula“ Modersohn-Becker in Christian Schwochows Biopic

Foto: Pandora Film/ Martin Menke

„Frauen können keine Malerinnen werden!“ Das sagt Paula Beckers Vater, und das denken auch die meisten Menschen in Deutschland um 1900. Doch Paula hat einen starken Dickkopf und lässt sich von niemandem von ihrem Ziel abbringen, Malerin zu werden. Sie nistet sich in der berühmten Künstlerkolonie Worpswede in der Nähe von Bremen ein, aber eben nicht deshalb, um wie die anderen anwesenden Damen zum Zeitvertreib herumzupinseln, sondern um ernsthaft Malerei zu betreiben und vor allem: um ihren eigenen Stil zu finden.
Regisseur Christian Schwochow hat ein Faible für starke Frauen, das hat er in den sehenswerten Dramen „Novemberkind“, „Die Unsichtbare“ und „Westen“ gezeigt. Nun hat er sich erstmals einer historischen Frau angenommen, die sich in einer Männergesellschaft durchsetzen will, und die mit ihrem
expressionistischen Stil vielen Herren der Schöpfung weit voraus ist.
Carla Juri („Feuchtgebiete“) ist mit ihrer erfrischenden Art eine echte Bank in der Titelrolle. Ihrem lebhaften Spiel wohnt immer etwas leicht Neckisches bei, was der manchmal etwas betulichen Szenerie der vorletzten Jahrhundertwende guttut. Und so folgt man gerne, wie Paula den Maler Otto Modersohn (wohltuend zurückhaltend: Albrecht Abraham Schuch) kennen und lieben lernt, sich aber auch von ihm nicht von ihrem Weg abbringen lässt und schließlich nach Paris zieht, um ihre malerischen Fähigkeiten zu perfektionieren. Denn eines ist Paula Modersohn-Becker stets bewusst: Um Erfolg zu haben, muss sie in dieser Gesellschaft besser sein als die Männer.

Paula D 2016, 123 Min., R: Christian Schwochow, D: Carla Juri, Albrecht Abraham Schuch, Roxane Duran, Joel Basman, Start: 15.12.

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