Drama

„Pawo“ im Kino

Ein tibetischer Held: Was bringt Menschen dazu, sich aus Protest gegen staatliche Unter­drückung selbst zu verbrennen?

Busch Media Group

Seit 2009 wählten weit über hundert Tibeter den Freitod, um gegen die chinesische Gewaltherrschaft in ihrer Heimat zu demon­strieren. Der durch Crowd Funding finanzierte Spielfilm erzählt vom Schicksal des Bauernjungen Dorjee.

Der Tod des geliebten Vaters, ein Veteran des „Tibetaufstands“ 1959, trifft den introvertierten Teenager schwer, fortan ist das Familienleben zerrüttet. Traumatisiert durch eine qualvolle Haftstrafe mit Folterungen flüchtet Dorjee aus Tibet und kommt bei seinem Cousin in Delhi unter.
Dorjees in den Hochgebirgskulissen Ladakhs visuell betörend gefilmte, religiös geprägte Sozialisation in Kindheit und Jugend macht den Entwicklungsprozess zum Freiheitskämpfer nachvollziehbar. Dem Laienschauspieler Shavo Dorjee gelingt eine nuancierte Charak­ter­darstellung des Titelhelden, immer wieder sind Shavos markant-schöne Gesichtszüge in Großaufnahme zu sehen. Bereits 2008 will sich der glühende Patriot verbrennen, wird aber von Freunden zurückgehalten. Noch.

Pawo D/IND 2016, 121 Min.; R: Marvin Litwak; D: Shavo Dorjee, Tenzin Gyaltsen, Rinchen Palzom. Start: 19.4.

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