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„Peak – Über allen Gipfeln“ im Kino

Peak - Über allen Gipfeln

Zu Beginn von Hannes Langs brillanter Alpen-Dokumentation „Peak“ steht ein Volksmusikduo vor einem Bergpanorama und singt von der Schönheit der Natur, der sauberen Luft, dem Idyll. Doch bereits der Aufbau des Scope-Bildes zeigt, dass es damit nicht mehr weit her ist: Im Vordergrund liegt eine Stahltrosse herum, im Hintergrund sieht man bereits die Liftanlagen, welche die Skitouristen die planierten Pisten hinaufbefördern werden. Natur und Massentourismus, Klimawandel und die komplette ökonomische Abhängigkeit der Einheimischen von den Gästen, das Aussterben der Dörfer und der Neubau ausgesucht monströser Bettenburgen: Ohne viele Worte, in ruhigen, klar strukturierten Breitwandbildern erkundet Lang die komplexen Zusammenhänge in einer Region, die – der kapitalistischen Logik folgend – zur Selbstzerstörung verdammt ist. Während der menschengemachte Klimawandel den Rückgang der Gletscher und geringere Schneemengen im Winter verantwortet, kommen sich die Betreiber der Anlagen für die künstliche Beschneiung der Skipisten, die halbe Berge für die Anlage von riesigen Schmelzwasserbecken wegsprengen, hier schon fast wie Umweltschützer vor: Vielleicht lässt sich durch die Beschneiung der Gletscherrückgang ja etwas verlangsamen. Eine fiese und traurige Groteske.

Text: Lars Penning

Foto: unafilm

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: „Peak – Über allen Gipfeln“ im Kino in Berlin

Peak – Über allen Gipfeln, Deutschland/Italien 2011; Regie: Hannes Lang; 95 Minuten; FSK 0

Kinostart: 28. März

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