Thriller

„Peppermint – Angel of Vengeance“

Abgedroschene Story mit Comic-Buch-Niveau, routiniert inszeniert aber ohne Elan

Universum

Fünf Jahre, nachdem ihr Ehemann mit der kleinen Tochter auf offener Straße erschossen und die drei Täter von einem korrupten Richter freigesprochen wurden, hat sich Riley (Jennifer Warner) von einer liebevollen Mutter in eine gnadenlose Profikillerin verwandelt. Über ihre Ausbildung zur Einzelkämpferin, Scharfschützin und Martial Arts-Expertin erfährt man nichts. Ausgerüstet mit einem kolossalen Waffenarsenal bringt sie nicht nur die drei Mörder zur Strecke, sie sprengt auch den Richter in die Luft und löscht eine ganze Bande von Latino-Gangstern aus.

„Peppermint“ ist nach dem gleichen Muster wie jüngst das „Death Wish“-Remake von Eli Roth gestrickt: wenig differenziert in der Charakterdarstellung und, von unfreiwilliger Komik abgesehen, gänzlich humorlos. Die Rächerin agiert wie ein seelenloser Roboter. Und Muskelmänner im Handgemenge niedermachen oder drei schwere Männerleichen hoch oben in einem Riesenrad aufhängen – das mag man einem Bruce Willis gerade noch zutrauen, der zierlichen Jennifer Garner eher nicht.

Die abgedroschene Story hat Comic-Buch-Niveau, Pierre Morel („Taken“) inszenierte sie routiniert, aber ohne Elan. Die Darstellung der Drogenverbrecher als mordlustige Südamerikaner mit teilweise tätowierten Visagen bedient Vorurteile. Selbstjustiz wird gebilligt, propagiert werden Feuerwaffenbesitz und die Todesstrafe.

Peppermint – Angel of Vengeance USA 2018, 96 Min., R: Pierre Morel, D: Jennifer Garner, Method Man, John Ortiz, John Gallagher Jr., Juan Pablo Raba, Start: 29.11.

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