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„pereSTROIKA – umBAU einer Wohnung“ im Kino

PerestroikaDie vier vorhandenen Zimmer gehören jeweils einem anderen Eigentümer – nach dem Ende der sozialistischen Ära schenkte sie der Staat einst den Bewohnern. Nun möchte eine Besitzerin ihr Zimmer verkaufen. Allemal lukrativer wäre es jedoch, die ganze Wohnung zu veräußern. Die anderen Eigentümer ziehen mit, aber natürlich hat jeder so seine eigenen Interessen: Die eine möchte nur das Geld, die anderen müssen sich mit dem Verkaufspreis neuen adäquaten Wohnraum kaufen. Verbessern wollen sie sich alle. Zwei Maklerinnen machen sich mit Galgenhumor, kleinen Tricks und milder Verzweiflung an die Sisyphosarbeit, die divergierenden Wünsche unter einen Hut zu bringen.

Obwohl die Geschichte immer tragikomischere Züge annimmt, bleibt der Film schön lakonisch und denunziert die Protagonisten und ihre Lebensumstände nicht – egal, ob Tyrann oder Feng-Shui-Fanatikerin. Die Gedanken über die Auswirkungen von Wohnungsknappheit und Kapitalismus kann sich dazu jeder selbst machen: Am Ende residiert in der frisch renovierten Wohnung eine Modefirma, ob sich die Ex-Bewohner hingegen wirklich verbessert haben, kann man anzweifeln.

Text: Lars Penning


pereSTROIKA – Umbau einer Wohnung Deutschland 2008; Regie: Christiane Büchner; Farbe, 85 Minuten; Kinostart: 19. Februar 2009

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