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„Perfect Sense“ im Kino

Perfect Sense

Michael, Chefkoch eines Glasgower Restaurants (Ewan McGregor), verliebt sich in Susan (Eva Green), die täglich im Cabrio an seiner Küche vorüberrauscht. Die Laborärztin, die Hasen, Ratten und Affen beforscht, schätzt guten Sex mit dem Kochkünstler, aber als der Liebe verspricht, regen sich ihre Fluchtreflexe. David Mackenzies „Perfect Sense“ läuft auf eine Lovestory mit Neurosen-Bremse hinaus, wäre da nicht die MacGuffin-Idee, Romantik mit dem Horror einer Pandemie zu kreuzen. Jede Filmviertelstunde verlieren die Akteure ein Sensorium, hören, riechen, schmecken nichts mehr. Panik in den Straßen, kopflose Ordnungshüter, Apokalypse. Zerstörungstrieb ist das erste Symptom, eklige Fresssucht macht alles schlimmer. Michaels Küche geht zu Bruch, Susans Labor auch. Doch die Attacken in farblich entsättigten Zeitlupen sind nur optischer Overkill. Peinlich berührt gibt Glasgow vor, das Leben laufe weiter, ein Happy End wäre möglich. Wo bleibt der Affe? Wie fährt man Auto, ohne zu hören? Wozu ins Restaurant, wenn man nichts schmeckt? Was, wenn ein Liebespaar nichts mehr wahrnimmt? „Perfect Sense“ behauptet nur, Liebe sei die einzige Rettungsinsel in Zeiten des Weltuntergangs.

Text: Claudia Lenssen

tip-Bewertung: Uninteressant

Orte und Zeiten: „Perfect Sense“ im Kino in Berlin

Perfect Sense, Deutschland/Großbritannien/Schweden/Dänemark 2011; Regie: David Mackenzie; Darsteller: Ewan McGregor (Michael), Eva Green (Susan), Ewen Bremner (James); 92 Minuten; FSK 12

Kinostart: 8. Dezember

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