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Fantasyfilm

„Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“ im Kino

„Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“, J. K. Rowlings neuester Streich

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Harry-Potter-Fans aufgepasst! „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“ basiert auf dem gleichnamigen „Ratgeber“ J. K. Rowlings, der zusätzlich zur Potter-Reihe erschien. Rowling gibt dabei ihr Debut als Drehbuchautorin. Doch kleiner Wermutstropfen vorab: Mit dem Zauberschüler hat der Film nur noch bedingt zu tun.

Lange bevor Harry einen Fuß über die Schwelle von Hogwarts setzen wird, betritt Newt Scamander, Tierliebhaber, Zauberer und ehemals dem Hause Hufflepuff zugetan, New York. In seinem Koffer trägt er eine ganze Welt: seltenste Tiere, die er auf seinen Reisen gesammelt hat, allesamt magisch. Dummerweise entwischen die ihm nun in der wuseligen Stadt. Newt macht sich auf die Suche nach den geliebten Kreaturen und gerät dabei in einen Strudel aus Ereignissen. Gleichzeitig wird New York von einer dunklen Kraft heimgesucht, die Angst und Schrecken unter den Bewohnern verbreitet. Die Zauberinnen Tina und Queenie helfen ihm auf seiner Mission, sowie, ganz unfreiwillig, der angehende Bäcker, und vor allem „Muggel“, Jacob.

Der Film ist der erste von fünf angekündigten Teilen und besticht mit großartigen Kostümen und Szenerien im Stil der 20er-Jahre. Eddie Redmayne („The Danish Girl“) als Newt ist eine sichere Wahl, angesichts der ungebrochenen Popularität des Briten. Seine sensible Art passt auch tatsächlich gut zur Rolle des sonderbaren Tierfreunds, dennoch nervt sein leicht manischer Blick und die ewige Zögerlichkeit irgendwann. Viel authentischer ist da Dan Fogler, der den trottligen Jacob spielt. Wenn der angesichts verführerischer Gedankenleserinnen und tobender Tierwesen langsam ein bisschen meschugge wird, hat Fogler die Lacher auf seiner Seite.

Wunderbar auch die Vielfalt der, wortwörtlich, phantastischen Tiere. Da gibt es Graphorns, Nundus, Erumpents und Mondkälber. Ausnahmslos animierte Wesen, aus denen sich die liebevolle Handschrift Rowlings herauslesen lässt.

Geht die Gleichung – Wer „Potter“ liebte, muss auch die „Phantastischen Tierwesen“ lieben – auf? Fast, denn irgendetwas fehlt.

Gerade die Filmmusik erinnert immer wieder an den Potter-Score und sogleich wünscht man sich einen Ron, einen Dumbledore und selbst einen scharfzüngigen Professor Snape zurück. Story und Charaktere bleiben recht eindimensional und es passiert nichts wirklich Neues; actionreiche Zaubererkämpfe hatte man doch schon gesehen und so langsam satt. Bleibt abzuwarten, was die Filmemacher aus den nächsten Teilen noch herausholen.

Text: Leonie Brovot

Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind UK, US 2016, 133 Min., R.: David Yates, D.: Eddie Redmayne, Colin Farrell, Dan Fogler, Start: 17.11.

Bewertungspunkte3

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