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„Photograph – Ein Foto verändert ihr Leben für immer“ im Kino

Märchenhaft erzählter Arthaus-Film über die Liebe in der indischen Millionenstadt Mumbai

NFP/ Courtesy Of Amazon Studios

Man darf sich nicht täuschen lassen: „Photograph“ kommt daher wie ein Arthouse-Film, der ehrlich die indische Realität abbildet. Die Slums vom Mumbai sind eng, der Monsunregen schwer und schmutzig, der Job von Rafi, der als Fotograf vor dem Gateway of India Touristen ablichtet, hart und schlecht bezahlt. Aber eigentlich erzählt „Photograph“ seine Geschichte fast märchenhaft. Denn Rafi, der einst aus einem Dorf kam, um in der 22-Millionen-Metropole sein Glück zu machen, lernt Miloni kennen. Die ist ein Mädchen aus der aufstrebenden indischen Mittelklasse, angehende Wirtschaftsprüferin und der Augapfel ihres Vaters. Während Rafi mit drei anderen Slum-Bewohnern in einem Raum einer Blechhütte lebt, beschäftigt Milo­nis Familie eine Haushaltshilfe.

Die Liebe, die zwischen beiden entsteht, ist schüchtern und sehr vorsichtig, aber eben ausgeschlossen. Die beiden ignorieren standhaft die tiefen Klassen-, Kasten- und ethnischen Schranken. Bis „Photograph“ die indische Realität anerkennt, studiert der Film mit einem wachen und liebevollen Blick für Details das in strenge Konventionen gesperrte Verhältnis zwischen den Geschlechtern. Fast scheint es, als habe Regisseur Ritesh Batra nachweisen wollen, dass in Indien die ­romantische Liebe unmöglich ist.
Wie schon für „Lunchbox“ (2013) wählt Batra die Form der Rom-Com, um über das Leben im modernen Indien zu berichten, wieder steht der Film unter der Spannung, eine fantastische Geschichte nahezu dokumentarisch erzählen zu wollen. Das Vorhaben gelingt – wenn auch nicht ganz so unterhaltsam wie im Vorgänger.

Photograph IND/D 2019, 108 Min., R: Ritesh Batra, D: Nawazuddin Siddiqui, Sanya Malhotra, Start: 8.8. 33355

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