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„Play – Nur ein Spiel“ im Kino

Play - Nur ein Spiel?

Wenn Jungsgruppen mit ein wenig Geld in der Tasche das nächstgelegene Einkaufszentrum ansteuern, haben sie zumeist nichts Schlimmes im Sinn – höchstens das neueste Paar Sneakers. Doch was passiert, wenn der Konsumzug plötzlich durchkreuzt wird? Zum Beispiel von einer anderen Gruppe, die es auf die Habseligkeiten Ersterer abgesehen hat. Vor einigen Jahren begann im schwedischen Göteborg bei dieser Versuchsanordnung ein makabres Spiel: Den nichts ahnenden Jungs wurde vorgegaukelt, sie hätten ein Telefon geklaut. Und zwar nicht irgendeines. Sondern das eines älteren Bruders der Lauernden. Und um ihre Unschuld zu beweisen, müsste nun jener Bruder aufgesucht werden, um das Missverständnis zu klären. Es war natürlich keines. Es handelte sich um eine Falle. Regisseur Ruben Östlund versucht in „Play“ dieses beklemmende Szenario nachzuvollziehen und dringt dabei tief in gruppenpsychologische Dynamiken und rassistische Ressentiments ein, denn die Angreifer sind Kinder von Einwanderern. Das Ergebnis ist ein ebenso verstörender wie außergewöhnlicher Film.

Text: Carolin Weidner

Foto: Fugu Filmverleih

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: „Play – Nur ein Spiel?“ im Kino in Berlin

Play – Nur ein Spiel? (Play), Schweden/Frankreich/Dänemark 2011; Regie: Ruben Östlund; Darsteller: Kevin Vaz (Kevin), Yannick Diakitй (Yannick), Abdiaziz Hilowle (Abdi); 113 Minuten; FSK k.?A.

Kinostart: 24. Januar

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