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„Prisoners“ im Kino

Prisoners

Irgendwo in Pennsylvania verschwinden am Thanksgiving-Tag aus einem Vorort zwei kleine Mädchen, zwei Familien stürzt das in Panik und Verzweiflung. Doch einer der Väter, der Handwerker Keller Dover (Hugh Jackman) will nicht abwarten und das Verschwinden der Polizei und Kommissar Loki (Jake Gyllenhaal) überlassen: Als ein Verdächtiger (Paul Dano) aus Mangel an Beweisen freigelassen wird, entführt Dover den jungen Mann, um aus ihm in einem verlassenen Haus den Aufenthaltsort herauszupressen. Das Verhör nimmt bald Folter-Charakter an, die Ermittlungen von Loki macht diese Selbstjustiz nicht leichter.
Eindringlich und aufmerksam erzählt Regisseur Denis Villeneuve seine düstere Geschichte voller Ambivalenzen und unglaublich starker Bilder. Der Krimi bildet nur den erzählerischen Rahmen, Villeneuve verhandelt hier mit durchweg tollem Ensemble ganz grundsätzlich Schuld und Schicksal. Der düsterste Ort in diesem Film ist kein Loch im Boden, kein zum Verhörzimmer umgebautes Bad, keine mit Verbrechens-Accessoires angefüllte Wohnung, sondern in den Köpfen der Figuren: Das Böse ist banal, aber mächtig verstörend, einige Einstellungen und Ideen verfolgen einen lange.

Text: Thomas Klein

Foto: Wilson Webb / 2013 Alcon Entertainment, LLC. / TOBIS Film

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: „Prisoners“ im Kino in Berlin

Prisoners, ?USA 2013; Regie: Denis Villeneuve; Darsteller: Hugh Jackman (Keller Dover), Jake Gyllenhaal (Detective Loki), Maria Bello (Grace Dover); 146 Minuten

Kinostart: 10. Oktober 

Lesen Sie hier: Ein Interview mit Regisseur Denis Villeneuve

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