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„Projekt A – Eine Reise zu anarchistischen Projekten in Europa“ im Kino

Ein Feuerwehrauto geht in Flammen auf, schwarzvermummte Demonstranten werfen Steine, die Polizei antwortet mit Tränengas – Bilder, die man bei einem Film über Anarchie erwartet. Doch sie tauchen nur ganz zu Beginn auf. Stattdessen wollen die Regisseure Moritz Springer und Marcel Seehuber zeigen, wie fern der Anarchismus doch dem Terrorismus steht. Anarchismus, das ist für sie nicht nur Kampf gegen das System, sondern vor allem der Kampf um das, was danach kommt: eine freie Gesellschaft von solidarischen Menschen. Also mehr Aufbau als Abriss. Anarchisten sind demnach so etwas wie radikale Demokraten, bei denen es keine Repräsentanten gibt und jede Stimme gleich viel zählt.
Anhand von Interviews und Beobachtungen werden diverse Projekte präsentiert: In Griechenland führen die Anarchisten einen Kampf gegen Drogenhändler und betreiben eine eigene Klinik mit Umsonst-Apotheke. In Deutschland wird eine Aktivistin begleitet, die sich an die Schienen eines Atomtransports kettet. In München baut ein Kombinat für 450 Menschen Gemüse an. In Spanien wird die anarchosyndikalistische Gewerkschaft CGT vorgestellt. Die anarchistische Idee, der Versuch eines herrschaftsfreien Miteinanders, verbindet die Geschichten etwas arg lose miteinander. Weniger spannend sind sie dadurch aber nicht.

Text: Martin Schwarzbeck

Foto: Drop-Out Cinema

Orte und Zeiten: Projekt A – Eine Reise zu anarchistischen Projekten in Europa

Projekt A – Eine Reise zu anarchistischen Projekten in Europa D/ESP/GR/CH 2015, 84 Min., R: Moritz Springer und Marcel Seehuber

Kinostart: Do, 4. Februar 2016

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