Kino & Stream

Proteste gegen Verhaftung von Jafar Panahi

Jafar PanahiFilmschaffende aus Deutschland haben gegen die Verhaftung des iranischen Filmemachers Jafar Pahani am Montag Abend protestiert. Sowohl die Verantwortlichen der Internationalen Filmfestspiele Berlin als auch der Vorsitz des Vorstandes der Deutschen Filmakademie haben mit Empörung auf die Inhaftierung von Panahi reagiert.
Dieter Kosslick, Festivaldirektor der Berlinale, sagte: „Wir sind besorgt und bedauern zutiefst, dass ein mit vielen internationalen Preisen ausgezeichneter Regisseur aufgrund seiner künstlerischen Arbeit in Haft genommen wird.“
Auch die in Teheran geborene Schauspielerin Jasmin Tabatabai, stellvertretende Vorsitzende des Vorstandes der Deutschen Filmakademie äußerte sich: „Die Kollegen im Iran sollen wissen, dass wir Filmschaffenden im Ausland nicht wegschauen, wenn ihnen Unrecht geschieht. Im Gegenteil.“
Jafar Panahi gilt als einer wichtigsten und weltweit renommiertesten unabhängigen Filmemacher des Iran. 2006 wurde er auf der Berlinale mit dem Silbernen Bären für seinen Spielfilm „Offside“ ausgezeichnet. Der Regisseur, der den Ausgang der Präsidentenwahl im Iran 2009 offen kritisiert hatte und Oppositionsführer Hossein Mousavi unterstützte, war am Montag mit seiner Frau, seiner Tochter und 15 gleich gesinnten Gästen in seinem Haus in Teheran verhaftet worden. Zwar dementierte Staatsanwalt Abbas Dschafari Dolatabadi, dass die Verhaftung aus politischen oder künstlerischen Gründen geschehen sei, konnte jedoch auch nicht näher benennen, was Panahi eigentlich vorgeworfen wird.
Im Februar war der Panahi als Ehrengast zur 60. Berlinale in die Hauptstadt eingeladen worden, konnte der Einladung jedoch nicht folgen, da ihm die Ausreise aus dem Iran verweigert worden war.
Der Vorstand der Deutschen Filmakademie ruft zum Protest gegen die Verhaftung auf. Diese könne zum Beispiel mit einer persönlichen E-Mail an die iranische Botschaft geschehen: [email protected]

Mehr über Cookies erfahren