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„The Purge – Die Säuberung“ im Kino

The Purge

Einmal im Jahr dürfen auch die gottesfürchtigsten Bürger über die Stränge schlagen und ein Ventil suchen: In dieser „Nacht der Säuberung“ bleibt für 12 Stunden lang jede Tat, die sonst ein Schwerverbrechen ist, ungesühnt. So kann man ungestraft jene zur Rechenschaft ziehen oder gar ermorden, die den eigenen Normen nicht entsprechen, oder aber auch jene, deren Wohlstand einem vielleicht schon seit langen ein Dorn im Auge ist. Diese Version eines nicht so fernen Amerika im Jahre 2022 ist letztlich eine raffiniertere Variante von „Rollerball“: Im Mittelpunkt der Geschichte steht eine großbürgerliche Familie, die glaubt, wenn sie nur die Rollläden vor den Fernstern schließt und die Türen verriegelt, dann würde auch diese Nacht vorübergehen und man könne am nächsten Morgen zum Alltag zurückkehren – was sich natürlich als schwerwiegender Irrtum erweist. Die zweite Regiearbeit von James DeMonaco („Staten Island“, Drehbuch für „The Negotiator“) leidet an ihrer Unentschiedenheit: Die satirische Überhöhung, die im hohlen Pathos der TV-Nachrichten, den Regierungserklärungen und den Äußerungen säuberungsversessener Bürger mitschwingt, kollidiert mit einer realistischen Darstellungsweise, der man nur begrenzt Exploitation-Absichten vorwerfen kann.

Text: Frank Arnold

Foto: Universal

tip-Bewertung: Zwiespältig

Orte und Zeiten: „The Purge – Die Säuberung“ im Kino in Berlin

The Purge – Die Säuberung (The Purge), USA 2013; Regie: James DeMonaco; Darsteller: Ethan Hawke (James Sandin), Lena Headey (Mary Sandin), Adelaide Kane (Zoey); 100 Minuten; FSK k.A.

Kinostart: 13. Juni

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