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Drama 

Rainer Bock brilliert als Möbelpacker in „Atlas“

Gekrümmter Rücken: Atlas, das ist der Titan aus der griechischen Mythologie, der den Himmelskörper stützen muss. Genauso fühlt sich Walter (Rainer Bock), der für seinen Job als Möbelpacker mit 60 eigentlich zu alt ist.

Foto: 235 Film/ Tobias Von Dem Borne

Doch er geht unverwüstlich der Arbeit unter seinem Chef Roland Grone (Uwe Preuss) nach. Eines Tages glaubt er seinen Sohn wiedererkannt zu haben, den er vor Jahren im Stich gelassen hat. Jan Haller (Albrecht Schuch) lebt mit seiner kleinen Familie in einem ­Mietshaus, das „entwohnt“ werden soll, damit ein finsterer Clan und auch Grone absahnen können. Da der Clan immer aggressiver wird, die Hallers aus dem Haus zu ekeln, muss Walter handeln.

Rainer Bock ist ein wandlungsfähiger Schauspieler, man sah ihn als Stasi-Mann in Petzolds „Barbara“, als Arzt in „Das weiße Band“ oder als Depri-Vater in dem großartigen „Einsamkeit und Sex und Mitleid“. In seiner Körperlichkeit erinnert Bocks Darstellung des Walter jener Lola-gekürten Leistung von Peter Kurth als „Herbert“ (2015) – verlebte Männer um die 60, die noch einmal etwas zustande bringen wollen.

Koautor und Regisseur David Nawrath richtet sein Spielfilmdebüt ganz nach seiner Hauptperson aus, ihm gelingt so ein fast schmerzhaft intensives Drama um den vielleicht letzten großen Kampf eines Mannes, der im Leben viel falsch gemacht hat. Zudem wirft „Atlas“ einen kritischen Blick auf unsere Welt mit Mietterroristen und miesen Knochenjobs.

Atlas D 2018, 100 Min., R: David Nawrath, D: Rainer Bock, Albrecht Schuch, Thorsten Merten, Uwe Preuss, Start: 25.4. 

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