Musikdoku

„Raving Iran“ im Kino

Ab nach Zürich: „Raving Iran“ blickt auf zwei DJs aus Teheran

Rise And Shine Cinema

Raves organisieren, Musik auflegen und produzieren, CD-Cover und Plakate gestalten – für die Jünger elektronischer Musik weltweit ist das tägliche Arbeit und Vergnügen. Im Iran ist das anders. Elektronische Musik ist ­generell untersagt, steht unter Strafe und Aufsicht durch das „Ministerium für Kultur und Islamische Führung“. Ein Leben als Techno-DJ bedeutet, eine konspirative Existenz im Untergrund zu führen. „Raving Iran“ begleitet Anoosh und Arash, zwei Deep House-DJs, die sich Blade & Beard nennen, ein Jahr lang durch ihren Alltag und die versteckte Techno-Szene Teherans. Es musste heimlich gefilmt werden, teils mit Handys, und das Ergebnis ist bis dahin ein starkes Stück Underground-Kino der Gegenwart.
Dann werden aber plötzlich Blade & Beard per Telefon für das Lethargy-Festival in Zürich ­gebucht. Was für ein Glücksfall für die Jungs! Und was für ein Zufall, dass just in dem ­Moment die Kamera läuft! Und dann ist es auch noch eine Einladung in das Land, das den Film finanziert hat! Besser geht’s nicht. Nur bewirkt das leider einen Bruch im Film, der spätestens mit dem Aufenthalt von Anoosh und Arash in Zürich seltsam verkrampft und gestelzt wirkt. Ob nun der Wirklichkeit nachgeholfen wurde oder nicht, sei dahingestellt, der Film schadet sich durch diesen Wendepunkt.

Raving Iran CH 2016, 84 Min., R: Susanne Regina Meures, Start: 29.9.

Bewertungspunkte3

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