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Dokumentarfilm

„RBG – Ein ­Leben für die Gerechtigkeit“ im Kino

Porträt einer Ikone:Betsy West & Julie Cohen würdigen die legendäre US-Anwältin Ruth Bader Ginsburg

Koch Films

Kein Smalltalk. Das, so sagen zwei Kindheitsfreundinnen, habe Ruth Bader Ginsburg schon immer ausgezeichnet. Sie sei eher still und zurückhaltend gewesen. Aber wenn sie mal was sagte, hatte das Hand und Fuss. Eine disziplinierte Denkerin also und keine, die sich in den Vordergrund drängt. Umso erstaunlicher die Lebensleistung der heute 85-jährigen zierlichen Frau, die mittlerweile als „Notorious RBG“ auch ein Popkultur-Phänomen darstellt, das in Form zahlreicher Meme durchs Internet geistert und auf T-Shirts vermarktet wird.
1933 in Brooklyn, New York, geboren, zählte Ruth Bader Ginsburg in den 1950er Jahren zu jenen neun Studentinnen, die unter fünfhundert Kommilitonen an der Harvard Law School studierten; sie wurde eine der ersten Jura-Professorinnen der USA und spielte eine aktive Rolle beim Start des „Women’s Rights Projects“ der American Civil Liberties Union (ACLU), als deren führende Anwältin sie von 1973 bis 1980 tätig war.

1993 wurde sie auf Vorschlag des damaligen Präsidenten Bill Clinton als Richterin an den Obersten Gerichtshof der USA berufen; sie war seinerzeit erst die zweite Frau, die das Amt innehatte. All dies erfährt man in diesem Film, der sich ästhetisch an der klassischen Fernsehdokumentation orientiert: Talking Heads werden mit historischen Originalaufnahmen und zeitgenössischen Dokumenten flüssig montiert; die Vorgehensweise ist chronologisch, wobei das Ziel das möglichst umfassende Erfassen jener Themenfelder ist, die sich aus Ginsburgs Biografie ergeben. Solcherart entsteht ein Film, der kompetent informiert, aber auch gediegen langweilt.

RBG – Ein ­Leben für die Gerechtigkeit USA 2017, 97 Min., R: Betsy West & Julie Cohen, Start: 13.12.

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