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„Red Riding Hood“ im Kino

Red Riding Hood

Der große, böse Wolf spielt erwartungsgemäß eine zentrale Rolle. Es gibt einen dunklen Wald. Und auch das Mädchen mit dem roten Umhang gehört natürlich zu den unausweichlichen Motiven, die Catherine Hardwicke in ihrer „Rotkäppchen“-Neuinterpretation aufgreift. Den sexuellen Subtext des Märchenklassikers überführt die Regisseurin („Dreizehn“) allerdings in eine Inszenierung romantischer Begehrlichkeiten und orientiert sich damit eher an ihrem Beitrag zur keuschen „Twilight“-Reihe, mit denen zuvor der blutsaugende James-Dean-Verschnitt Robert Pattinson vor allem ein seufzendes Teeniemädchenpublikum in die Kinos strömen ließ.
Hardwicke schickt hingegen eine rotgewandete Amanda Seyfried mit ätherischer Großäugigkeit durch eine Dreiecksgeschichte in einem mittelalterlichen Dorf, wo die junge Frau seit langer Zeit einen jungen Mann liebt, aber einen anderen heiraten soll. Derweil greift unter den Dorfbewohnern die Angst vor dem Werwolf um, der sich zu Zeiten des Blutmonds menschliche Opfer sucht und laut eines geifernden Werwolfjägers Pater Salomon (nur noch eine Karikatur des Bösen: Gary Oldman) unter den Dörflern zu finden ist.
Die Frage, wer sich tatsächlich in den Werwolf verwandelt, soll im artifiziellen Studiosetting von „Red Riding Hood“ einer der Hauptantriebe sein. Bis dieses Geheimnis an allen grob ausgelegten Indizien und offensichtlichen Kandidaten vorbei gelöst wird, hat man daran aber das Interesse verloren. Dann ist „Red Riding Hood“ längst auf denkbar fadeste Weise ins Leere gelaufen, ohne jemals als Schauerfantasy die nötigen Spannungsspitzen zu erzeugen oder als Lovestory mit intensiv kitschigen Romantikduseleien Funken zu schlagen.

Text: Sascha Rettig

tip-Bewertung: Uninteressant

Orte und Zeiten: „Red Riding Hood“ im Kino in Berlin

Red Riding Hood, USA 2011; Regie: Catherine Hardwicke; Darsteller: Amanda Seyfried (Valerie), Gary Oldman (Father Solomon), Billy Burke (Cesaire); Farbe, 100 Minuten

Kinostart: 21. April 2011

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