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Regionalkomödie „Was weg is, is weg“

Was_weg_is_is_wegMit seinem Drehbuch für die Lausbubenkomödie „Wer früher stirbt, ist länger tot“ lieferte Christian Lerch die Vorlage für einen Renner im Fach junger bayerischer „Heimatfilm“. In seinem Regiedebüt erzählt er nun eine ähnlich turbulente Story um schrullige Provinzcharaktere samt tiefstem Dialekt. Im Zentrum stehen drei ungleiche Bauernsöhne, deren verkorkstes Verhältnis auf einen Familienunfall zurückgeht, der eingangs als Rückblende zu sehen ist.
20 Jahre später, Mitte der Achtziger, haben sich die Brüder vollends auseinandergelebt, ob als Metzgergehilfe, Hallodri oder Umweltaktivist. Lerchs Humor ist durchaus plakativ, etwa wenn Maximilian Brückner mit koffergroßem Mobiltelefon und Vokuhila-Matte auf Ackerland herumturnt, um ein Empfangssignal zu orten. Die Dinge nehmen einen zunehmend grotesken Lauf, als ein zweiter Unfall passiert, bei dem ein abgetrennter Unterarm eine Rolle spielt. Bei allem Irrwitz verliert Lerch doch seine Figuren nicht aus dem Auge und behält einen warmherzigen Blick auf sie. Erstaunlich mühelos gelingt auch die Verbindung aus schwarzem Humor а la „Fargo“ mit Themen wie Schuld, Versöhnung und Familiengeheimnissen.  

Text: Ulrike Rechel
Foto: deutschfilm
tip-Bewertung: Sehenswert

Was weg is, is weg im Kino in Berlin
Deutschland 2012;
Regie: Christian Lerch; Darsteller: Florian Brückner (Lukas), Mathias Kellner (Paul), Maximilian Brückner (Hansi);
88 Minuten; FSK 12;
Kinostart: 22. März

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