Kino & Stream

Reineckers Geschichte im Zeughauskino

Szenenbild

Man kennt ihn als Autor der immens erfolgreichen ZDF-Krimiserien „Der Kommissar“ und „Derrick“. Daneben hat Herbert Reinecker (1914–2007) schon in den 1950er-Jahren den Blick der Deutschen auf sich selbst mitgeprägt, mit Stoffen, die oft im Dritten Reich angesiedelt waren und sich zwischen Heldenverehrung (der Jagdflieger Marseille in „Der Stern von Afrika“) und Kritik („Kinder, Mütter und ein General“, produziert von dem zurückgekehrten Emigranten ­Erich Pommer) bewegten. Dass Reinecker bereits im Dritten Reich aktiv gewesen war, unter anderem als Autor von Propagandaschriften ebenso wie eines „nationalsozialis­tischen Musterschauspiels“ und des Propagandafilms „Junge Adler“, scheint damals kein Thema gewesen zu sein. Das im vergangenen Jahr ­erschienene Buch „Reineckerland“ von Rolf Aurich, Niels Beckenbach und Wolfgang Jacobsen stellte die Verbindungen her und untersuchte, wie Reinecker auch seine eigene ­Geschichte verarbeitete. Anhand von 19 Arbeiten, entstanden ­zwischen 1942 und 1975, kann man sich im Zeughauskino selbst ein Bild machen.

Text: Frank Arnold

Reineckers Geschichte, Zeughauskino bis So 2. Oktober

www.zeughauskino.de

Mehr über Cookies erfahren