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„Remember“ im Kino

Remember

Seit Atom Egoyan seine Themen Erinnerung, Verdrängung und Vergessen nicht mehr in kunstvoll verflochtenen Arthouse-Dramen wie „Das süße Jenseits“ oder „Exotica“ abhandelt, sondern sie in die Konventionen des Genrefilms, meist des Thrillers, einbindet, zeigen sich viele alte Fans enttäuscht. Seine beiden letzten Filme schafften es trotz Starbesetzung nicht mal mehr in die deutschen Kinos. „Remember“ kommt auf die große Leindwand, und hier wird vor allem das Ende polarisieren – führt es nicht die vorangegangene Erzählung ad absurdum? Aber wie immer bei Egoyan lohnt sich ein zweiter, genauer Blick auf ein Werk, das sich auch der Konventionen des Road Movies und des B-Films bedient. Geschildert wird die Odyssee eines dementen KZ-Überlebenden, der aus dem Altersheim entflieht, um den Mörder seiner Familie zu finden und zu töten. So erweist sich auch „Remember“ als höchst doppelbödiges Werk.

Text: Frank Arnold

Foto: 20014 / Remember Productions Inc. / Sophie Giraud / Tiberius Film GmbH

Orte und Zeiten: „Remember“ im Kino in Berlin

Remember, Kanada/Deutschland 2015; Regie: Atom Egoyan; ?Darsteller: Christopher Plummer (Zev Guttman), Martin Landau (Max Zucker), Dean Norris (John Kurlander); 95 Minuten

Kinostart: Do, 31. Dezember 2015

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