Kino & Stream

Retrospektive Otar Iosseliani

Lundi-matinAls Georgien noch eine Teilrepublik der Sowjetunion war, galt das kleine kaukasische Land nicht zuletzt als Widerstandsnest des Kinos: Hier waren Traditionen lebendig, die den sozialistischen Realismus magisch unterwanderten und eher nach Osten als nach Westen zu schauen schienen. Otar Iosseliani (Bild, in „Lundi matin“) begann in diesem Umfeld zu arbeiten (1968 drehte er etwa einen Film über „Alte georgische Lieder“), verließ dann aber seine Heimat und ging nach Paris, wo er seine Anliegen mit den Sensibilitäten des westlichen Autorenkinos in Übereinstimmung zu bringen versuchte.
Nun, da man ihn ein wenig aus dem Blick verloren hat, widmet das Arsenal ihm eine Retro­spektive, und plötzlich wird deutlich, was für eine Bandbreite aus Ästhetik, Politik und Geschichte da vorliegt. Von besonderem Interesse, neben den ganz frühen, kürzeren Arbeiten, die zu einem Programm zusammengefasst wurden (mit dem Höhepunkt „Aprili“ von 1962), ist wohl „Seule, Gйorgie“, in dem Iosseliani so etwas wie eine Nationalgeschichte in Archivbildern schreibt.

Text: BR

Otar Iosseliani
Di 1. März bis Sa 31. März,
Arsenal, www.arsenal-berlin.de
Der Regisseur ist am Fr 2.3., 20 Uhr („Giorgobistve/Listopad“) und am Sa 3.3., 20 Uhr („Jardins en automne“) zu Gast

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