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Musik-Doku

­“Revolution of Sound: Tangerine Dream“ im Kino

Wer hätte gedacht, dass die Anfänge der deutschen Elektro-Musik-Pioniere Tangerine Dream im 60er-Beat lagen?

Foto: Jerome Froese

The Ones hieß die Berliner Band mit Edgar Froese an der Gitarre, die man in Margarete Kreuzers Dokumentation „Revolution of Sound“ sieht und hört, wie sie gerade den Rockabilly-Klassiker „Blue Suede Shoes“ runterhämmert.

Dass Froeses Nachfolgecombo Tangerine Dream ursprünglich ganz in der psychedelischen Bewegung aufging und versuchte, Bewusstseinszustände und Seelenlandschaften musikalisch abzubilden, leuchtet da schon eher ein. Ebenso wie das Interesse der Band am experimentellen Underground, den elektronischen Werken des Komponisten Karlheinz Stockhausen sowie den in den frühen 70er-Jahren neuartigen Klangfarben des Synthesizers von Robert Moog.

Mit von Alexander Hacke gelesenen Auszügen aus Edgar Froeses unveröffentlichter Autobiografie als Leitfaden und einer Vielzahl an Interviews und Konzertausschnitten bewegt sich der Film nahezu chronologisch durch Leben und Werk des 2015 verstorbenen Bandleaders.

Was der Dokumentation in ihrem Drang zur Vollständigkeit allerdings fehlt, ist eine stärkere Gewichtung: So steht die interessante experimentelle Band-Phase der 70er-Jahre hier gleichberechtigt neben dem prätentiösen Kitsch der späten Jahre, als Tangerine Dream schließlich wirklich so klangen, wie sie der apodiktische Rockkritiker Lester Bangs bereits Ende der 70er beschrieben hatte: „Diese Band hört sich an wie glitschender Schleim auf dem Grund des Ozeans.“

Revolution of Sound: Tangerine Dream D 2017, 87 Min., R: Margarete Kreuzer, Start: 7.9.

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