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„On the Road – Unterwegs“ im Kino

On the Road - Unterwegs

Die Ur- und Frühgeschichte der Beat Generation haben ihre Leitfiguren selbst schon im Moment ihres Entstehens aufgezeichnet. Als Kunstbewegung und Lebensform, die die Selbstexperimente ihrer Protagonisten zum Zentrum hatte, lieferte ihr Jack Kerouac mit „On the Road“ die Blaupause, mit Figuren (Sal Paradise, Dean Moriarty, Carlo Marx, Old Bull Lee), die so deutlich als reale Personen (Kerouac, Cassidy, Ginsberg, Burroughs) angelegt sind, dass man immer wieder versucht ist, das ganze Geschehen des Romans als einfaches Spiegelbild ihres Lebens aufzufassen. Das Driften, die amourösen Abenteuer, die Begegnungen mit den kongenialen Freunden, die ihr Leben im Benzedrin-, Morphium- und Alkoholrausch feiern und verschwenden, ist kein einfacher Stoff für eine Kinoverfilmung. Dass es Walter Salles‘ „On the Road“-Adaption nun so sehr an Gewicht und Lebendigkeit mangelt, ist ein Dramatisierungsproblem und eines der Besetzung. Kristen Stewart, Sam Riley und Garrett Hedlund vermögen ihren Szenen kaum je die nötige Intensität einzuhauchen, ein Mangel, der besonders auffällt, wenn andere, markantere Akteure auftreten. Doch auch das Vergnügen an Viggo Mortensens oder Kirsten Dunsts Miniaturen bleibt kurz. Salles‘ Film verliert auf seinem Weg fast alle Kraft.

Text: Robert Weixlbaumer

Foto: Gregory Smith / 2012 Concorde Filmverleih GmbH

tip-Bewertung: Zwiespältig

Orte und Zeiten: „On the Road – Unterwegs“ im Kino in Berlin

On the Road – Unterwegs (On The Road), Frankreich/Großbritannien/USA 2011; Regie: Walter Salles; Darsteller: Garrett Hedlund (Dean Moriarty), Sam Riley (Sal Paradise), Kristen Stewart (Marylou); 137 Minuten; FSK 12

Kinostart: 4. Oktober

Lesen Sie hier: Ein Interview mit Regisseur Walter Salles

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