Neuverfilmung

„Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt“ im Kino

In der Klischeehölle des deutschen Kinderfilms.

Foto: Studiocanal / Tom Trambow

Es ist normal, dass sich Filme gegenüber literarischen Vorlagen Freiheiten herausnehmen. Schließlich müssen Drehbuchautoren und Regisseure in erster Linie filmisch denken. Doch welchen Sinn hat es, von einem fantasievollen Buch kaum mehr als den Titel übrig zu lassen? Diese Neuverfilmung ist so ein krasser Fall von Etikettenschwindel.

Den Kinderbuchklassiker schrieb der Sylter Autor Boy Lornsen 1967: ein witziges Abenteuer, in dem der Junge Tobias und der Roboter ROB 344–66/IIIa (beide in der dritten Klasse) mit dem von Tobbi konstruierten Fliewatüüt – einer Kreuzung aus Helikopter, Boot und Auto – in die Welt hinaus reisen, um drei Fragen einer Roboterprüfung zu lösen. Eine ebenso charmante Puppentrick-Verfilmung entstand 1972.

Die Neuverfilmung mit so etwas wie Charme in Verbindung zu bringen, fällt schwer. Denn alles, was Pfiff besaß, ist zugunsten der Klischeehölle des deutschen Kinderfilms entsorgt worden, vor ­allem der Plot und die Figurencharakterisierung. Wer will sich einen hölzernen Film mit tyrannischen Schulkameraden und tollpatschigen Schurken ansehen? Ein Trauer­spiel.

Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt D/B 2016, 105 Min., R: Wolfgang Groos, D: Arsseni Bultmann, Sam Riley, Alexandra Maria Lara, Start: 1.12.

Bewertungspunkte6

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