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Dokumentarfilm

„Robert Doisneau – Das Auge von Paris“ im Kino

Das berühmteste Foto Robert Doisneaus stammt von 1950. „Der Kuss vor dem Hotel de Ville“ (Foto) heißt es und zeigt ein Paar auf der Rue de ­Rivoli in Paris

Foto: Film Kino Text/ Robert Doisneau

Einer Serie im „Life“-Magazin entstammend, verbreitete sich das Foto in den 1980er-Jahren weltweit in riesigen Auflagen als Poster und verhalf dem 1912 ­geborenen Fotografen zu einer kaum geahnten neuen Welle der Popularität. Paris als die Stadt der Liebe: Es war wohl das nostalgische Klischee, das die Popularität dieses Schwarzweißbildes begründete, sowie eine unmittelbar ansprechende Menschlichkeit.
Letztere entsprach offenbar ganz der Persönlichkeit des Fotografen, wie ihn seine Enkeltochter Clémentine Deroudille in ihrem dokumentarischen Porträt vorstellt: ein freundlicher Mann, der die Menschen mochte und von ­ihnen gemocht wurde. Der populäre Doisneau ist der Fotograf der Pariser Vorstädte, wo er das Leben der „kleinen Leute“ mit viel Sympathie auf seine Negative bannte. Doch ­Derondille zeigt – anfangs chronologisch, später eher thematisch geordnet – auch die weniger bekannten Seiten des Fotokünstlers: seine Experimente mit der Farbfotografie, oder auch seine Mode- und Werbeaufnahmen, für die er ganz ungeniert die eigene ­Familie als Modelle einsetzte.
Ein Sozialfotograf war Doisneau nie: Er ­suchte auch im Hässlichen das Schöne und konstruierte seine eigene Welt. Auch sein berühmtestes Foto war kein Schnappschuss: Der Fotograf hatte zwei Schauspielschüler für die Aufnahmen angeheuert.

Robert Doisneau – Le révolté du merveilleux (OT) F 2016, 83 Min., R: Clémentine Deroudille, Start: 17.8.

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