Neuverfilmung

„Robin Hood“ im Kino

Zeitgemäß ernst: Ein Held, wie er in unsere Zeit passt

Larry Horricks/ Studiocanal

Robin Hood ist nicht tot zu bekommen. Denn er gehört zu jenen mythischen Helden, von denen sich jede Generation ihr eigenes, neues Bild macht. Schließlich bleibt der Kampf gegen Willkür und Ungerechtigkeit aktuell, solange es Menschen gibt. Jahrzehnt für Jahrzehnt reagieren die Filmemacher dabei auf andere gesellschaftliche Strömungen und Ideen: In den 1980er-Jahren wurde einmal für einen Robin-Hood-Film geworben, indem man herausstellte, dass in diesem Werk ausschließlich Bäume vorkamen, die es im Sherwood Forest des 12. Jahrhunderts auch tatsächlich gegeben hatte.

In der jüngsten Robin-Hood-Verfilmung, das Spielfilmdebüt des serienaffinen britischen Regisseurs Otto Bathurst, gibt es gar keinen Sherwood Forest mehr. Oder besser gesagt: Es gibt ihn, aber nur noch als Idee. Es gibt auch keine Merry Men mehr, keine fröhlichen Gesellen, die sich dort tümmeln könnten. Denn fröhlich ist in diesem „Robin Hood“ sowieso niemand. Der Stoff wird eher als mit vielen Spezialeffekten und Zeitlupen angereicherter Kriegsfilm abgehandelt: Wenn Robin (Taron Egerton) zu Beginn widerwillig bei einem Kreuzzug im Heiligen Land mitwirkt, dann sehen die Kriegshandlungen aus wie Bilder vom Häuserkampf im Irakkrieg – nur eben mit Pfeil und Bogen.

Der böse Sheriff von Nottingham (Ben Mendelsohn) sieht in seinen schwarzen Lederklamotten aus wie Joseph Goebbels und hetzt daheim gegen Muslime und Migranten. Die Kirche deckt derweil jedes Verbrechen – Hauptsache, es springt was dabei heraus. Der moderne Ansatz ist zumindest interessant, auch wenn der Plot eher an Zorro erinnert und sonst viel Liebgewonnenes auf der Strecke bleibt: etwa Robins Liebe zu einer Marian, die auch im größten Getümmel immer aussieht, als wolle sie auf dem Laufsteg ein paar neue Klamotten präsentieren – und vor allem der Humor. Der hätte ja auch eine probate Waffe sein können.

Robin Hood USA 2018, 116 Min., R: Otto Bathurst, D: Taron Egerton, Jamie Foxx, Ben Mendelsohn, Eve Hewson, F. Murray Abraham, Start: 10.1.

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