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„Robocop“ im Kino

Robocop

Dass für das Remake von Paul Verhoevens ebenso brutalem wie hinterlistigen „Robocop“ (1987) der brasilianische Regisseur Josй Padilha verpflichtet wurde, schien inspiriert: Sein „Tropa de Elite“ (Goldener Bär 2008) beschäftigte sich mit der fragwürdigen Moral paramilitärischer Polizei und einem faschistoiden Sicherheitsbegriff. Für „Robocop“ passt das.
Zwar wird wie bei Verhoeven der Detroiter Polizist Murphy (Joel Kinnaman) halbtot in den hochmodernen Polizei-Roboter des Filmtitels verwandelt. Doch die beiden Schlüsselmotive des Vorgänger-Films, das Wiedererwachen der vermeintlich wegprogrammierten Identität und die Kungeleien zwischen Industrie-Bossen und Schwerverbrechern, fehlen hier.
Stattdessen gibt es andere Ideen, die Padilha aber nur anreißt, Anspielungen auf eine US-Invasion des Iran und entfesselte, reaktionäre Medien. Dem Film fehlt es trotz bemerkenswerter Bilder und prominenter Darsteller – Michael Keaton als Steve Jobs des Waffenhandels, Gary Oldman als korrumpierter Mediziner – an Konsequenz: Gewalt und Zynismus sind auf mehrheitsfähiges Multiplex-Niveau herunter geschraubt, das raubt dem Film ebensoviel Wucht wie der leider sehr blasse Hauptdarsteller.

Text: Thomas Klein

Foto: STUDIOCANAL

tip-Bewertung: Zwiespältig

Orte und Zeiten: „Robocop“ im Kino in Berlin

Robocop, USA 2014; Regie: Josй Padilha; Darsteller: Joel Kinnaman (Alex Murphy/RoboCop), Gary Oldman (Dr. Robert Norton), Samuel L. Jackson (Pat Novak); 121 Minuten; FSK 18

Kinostart: 6. Februar 2014

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