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„RocknRolla“ von Guy Ritchie

FilmWie „Bube, Dame, König, Gras“, mit dem er 1996 den britischen Gangsterfilm zurück ins Leben holte, bietet auch „RocknRolla“ umfangreiches halbweltliches Per­sonal, das sich im Streben nach dem großen Geld in immer unübersichtlichere Bredouillen ma­növriert. Hohes Tempo, grotes­ke Situationen und seltsame Dialoge fügen sich zu einer bewegten, glitzernden Oberfläche, unter der die eigentliche Geschichte ins Bedeutungslose abzugleiten droht. Erzählt wird von Männern, die in Krisen geraten, weil sie am Macho-Ideal festhalten. One Two, der sich vor seinem schwulen Kollegen fürchtet, nicht aber vor der weitaus gefährlicheren Frau. Lenny Cole, Londoner Gangsterboss der alten Schule, der sich mit einem russischen Oligarchen anlegt, erwischt es schlimmer. Denn nicht nur hat Lenny den von der Globalisierung verursachten Paradigmenwechsel in der Welt des Verbrechens verpasst, er hält zudem seinen Stiefsohn für ein Weich­­ei. Er unterschätzt damit die aus Hedonismus gespeiste Skrupellosigkeit eines echten RocknRollas. Und das hätte er nicht tun sollen.

Text: Alexandra Seitz

tip-Bewertung:
Annehmbar

RocknRolla Großbritannien 2008; Regie: Guy Ritchie;
Darsteller: Gerard Butler (One Two), Tom Wilkinson (Lenny Cole), Thandie Newton (Stella);
Farbe, 114 Minuten;
Kinostart: 19. März 2009

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