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Rückgang der Kinobesuche in über zwei Drittel der EU-Staaten

Demnach sind die Besucherzahlen in den Mitgliedsstaaten im Schnitt um 4,1 Prozent (genau in diesem Bereich bewegt sich Deutschland) zurückgegangen. In mehr als zwei Drittel der EU-Staaten sanken die Besucherzahlen demnach, Anstiege ließen sich nur in acht der 26 Länder verzeichnen, für die vorläufige Daten vorliegen. Die geschätzt 908 Mio. Kinobesuche würden den zweitniedrigsten Wert seit Beginn des Jahrhunderts markieren.

Ausschlaggebend für die insgesamt negative Entwicklung in der EU seien „erhebliche“ Rückgänge in vier der fünf größten EU-Kinomärkte gewesen: Spanien verlor 15,2 Mio. Kinogänger (- 16 Prozent), Frankreich 10,8 Mio. (- 5,3 Prozent), Großbritannien sieben Mio. (- vier Prozent) und Deutschland 5,4 Mio. (- vier Prozent). Italien hingegen trotze der Abwärtsbewegung mit einem geschätzten Besucherzuwachs um 6,6 Prozent auf insgesamt 106,7 Mio. Zuwachsraten von über einem Prozent gab es daneben nur noch in sechs mittel- und osteuropäischen EU-Mitgliedstaaten, angeführt von Bulgarien (+ 16,7 Prozent), Rumänien (+ 13,8 Prozent) und Litauen (+ 6,8 Prozent).
Signifikantes Wachstum wurde, wie so oft in den vergangenen Jahren, nach Angaben der Europäischen Audiovisuellen Informationsstelle primär außerhalb der EU erzielt. So löste die Russische Föderation nach Besuchern Großbritannien als zweitgrößten europäischen Markt ab, nachdem 2013 10,5 Prozent mehr Tickets (insgesamt 173,5 Mio.) verkauft worden waren als 2012. In der Türkei kletterte die Zahl der Besucher um 14,8 Prozent auf 50,4 Mio., den höchsten Stand der letzten Jahrzehnte. Bei den Umsätzen verzeichnete die Türkei sogar einen neuen Rekordwert.

Für eine Schätzung des Bruttoeinspielergebnisses in der gesamten EU sei es derzeit noch zu früh, allerdings zeichne sich an, dass – anders als in den drei Jahren zuvor – der Anstieg der Ticketpreise in 19 von 25 EU-Ländern (für die entsprechende Daten vorliegen) nicht ausreichte, um einen Rückgang bei den Besucherzahlen wett zu machen.
In 13 EU-Ländern stieg der Marktanteil lokaler Produktion im vergangenen Jahr, wohingegen er in zehn Ländern zurück ging. US-Produktionen hingegen konnten ihren Marktanteil in elf der 13 Märkte, für die Daten vorliegen, im Vergleich zum Vorjahr ausbauen. Der durchschnittliche Marktanteil der US-amerikanischen Filme stieg 2013 von 63 auf 68 Prozent. Obwohl der nationale Marktanteil französischer Filme auf den niedrigsten Stand seit Jahren gefallen sei, bleibe Frankreich das Land mit dem höchsten Anteil einheimischer Filme: 33 Prozent aller Kinobesucher (gegenüber 40 Prozent in 2012), lösten ein Ticket für einen französischen Film. Auf den Rängen folgen Italien (31 Prozent), Dänemark (30 Prozent) und Deutschland (26 Prozent).

Quelle: Blickpunkt:Film

Foto: Harry Schnitger

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