Filmfestival

Russische Filmwoche 2017

Zum 13. Mal präsentiert die Russische Filmwoche die neuesten Filme aus Russland in Berlin

Der Zufall des Programmkalenders bringt es mit sich, dass die beiden wichtigsten russischen Filme des Jahres kurz hintereinander zwei verschiedene Festivals in Berlin ­eröffnen: Nach „Loveless“ von Andrej Zvyagintsev bei „Around the World in 14 Films“ (siehe Seite 36) kann man vier Tage später Boris Chlebnikovs „Arrhythmia“ (Foto) zu Beginn der ­Russischen Filmwoche sehen. Die Geschichte einer zerbrechenden ­Beziehung zweier ­junger Menschen in Moskau ist auch eine schonungslose Bestandsaufnahme eines desolaten Gesundheitssystems.
Aus einem insgesamt angenehm übersichtlichen Programm lassen sich neben „Arrhythmia“ noch ein paar ­weitere Filme hervorheben: „Bolshoi“ ist eine typische Prestige­produktion, in der die Karriere einer jungen Tänzerin mit vielen Hindernissen versehen wird, damit die Institution, das ruhmreiche Ballett, dann umso heller strahlen kann; „Spacewalker“ ist ein Science-Fiction-Film von der Sorte der großen Actionblockbuster, wie man sie aus Russland selten auf dem internationalen Markt zu sehen bekommt, obwohl sie eigentlich darauf abzielen. Denn hier geht es darum, ­Hollywood (und Luc Besson) etwas entgegenzusetzen.
Von ganz anderem Format ist dagegen „Das Netz“, eine ­stille Geschichte aus dem nördlichen Russland, um einen jungen Mann, der in einem Dorf am Weißen Meer nach einer Frau sucht, die ihn verlassen hat. Seine Suche führt ihn in eine Welt, deren Wurzeln in eine Zeit noch hinter der ­Sowjetunion zurückreichen.

Russische Filmwoche 27.11. – 2.12., Russisches Haus, Delphi Lux, www.russische-filmwoche.de

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