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„Sacro GRA – Das andere Rom“ im Kino

SacroM GRA - Das andere Rom

Beim Filmfestival von Venedig gewann „Sacro GRA“ 2013 ziemlich überraschend den Großen Preis als bester Film. Dass die Dokumentation bei uns erst jetzt einen Verleih gefunden hat, mag auch damit zusammenhängen, dass sich bis heute niemand so recht erklären kann, wie es zu der Auszeichnung kam. Vielleicht muss man „Sacro GRA“ als spezifisch italienische Sozial- und Befindlichkeitsstudie verstehen, die sich anderswo nicht sofort erschließt. In seinem Film porträtiert Regisseur Gianfranco Rosi unkommentiert und stilistisch etwas uneinheitlich eine Reihe von Bewohnern der römischen Peripherie am Rande der riesigen Ringautobahn GRA in Rom: Da gibt es etwa einen Adeligen, der seinen Palazzo für die Produktion von Fotoromanen vermietet, einen Biologen im Kampf gegen den roten Rüsselkäfer sowie einige Leute, denen Rosi durch die geöffneten Fenster ihrer kleinen Hochhauswohnungen beim Leben zuschaut und -hört. Wie immer steht und fällt ein solches Konzept mit dem Interesse, das man als Zuschauer für die Protagonisten aufbringen kann – die Gefahr der Beliebigkeit ist jedenfalls latent vorhanden.

Text: Lars Penning

Foto: Kairos Filmverleih

Orte und Zeiten: „Sacro GRA – Das andere Rom“ im Kino in Berlin

Sacro GRA – Das andere Rom (Sacro GRA), Italien/Frankreich 2013; Regie: Gianfranco Rosi; 91 Minuten

Kinostart: Do, 26. März 2015

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