Kino & Stream

Salт oder Die 120 Tage von Sodom

SбloErniedrigung, Folter und Mord in großbürgerlichen Abendgesellschaften und Dekors, die in den Farben gestockten Blutes gehalten sind. Pasolini denkt de Sades „Die 120 Tage von Sodom“ und Dantes Höllenkreise, Nietzsche und den Faschismus ineinander, setzt sich über bourgeoise Moral und die Forderung nach simplen Antworten brüsk hinweg. Das Ergebnis: eine apokalyptische Studie der ita­lienischen Nachkriegsgesellschaft, ein gewaltsatter Bilderrausch, zugleich die kühne Analyse des Zusam­menspiels von Macht, Eros und Thanatos. Gute drei Jahrzehnte nach seiner Premiere hat dieser so angriffs­lustige Film nichts an Wirkung eingebüßt: das würdige Finale eines Regisseurs, intellektuell und ästhetisch vollkommen ungebunden. Mit brandneuen Kopien startet Salт nun wieder im Kino.

Text: StG

Salт oder die 120 Tag von Sodom Italien/Frankreich 1975; Regie: Pier Paolo Pasolini; Darsteller: Paolo Bonacelli (Der Herzog), Giorgio Cataldi (Der Bischof), Uberto P. Quintavalle (Der Magistratschef); Farbe, 117 Minuten; 
Kinostart: 23. Oktober 2008

Mehr über Cookies erfahren