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„Sarahs Schlüssel“ im Kino

Sarahs_SchluesselDie Kollaboration der französischen Polizei mit den Nazis führte im Juli 1942 in Paris zur Verhaftung von rund 13.000 Juden. Fünf Tage lang pferchte man sie in das Vйlodrome d’Hiver ein, bevor sie an die Deutschen ausgeliefert und dann in KZs deportiert wurden. Mit grausamen Szenen beginnt „Sarahs Schlüssel“, die Verfilmung des Bestseller-Romans von Tatiana de Rosnay. Und eindringlich verfolgt Regisseur Gilles Paquet-Brenner die Story weiter: Unter den Verhafteten befinden sich die zehnjährige Sarah, die, kurz bevor sie aus der Wohnung gezerrt wurde, den vierjährigen Bruder hinter einer Tapetentür einschließt. Den Schlüssel trägt sie bei sich, hoffend, ihn bald befreien zu können. Es kommt anders. Wie genau, findet 60 Jahre später die amerikanische Journalistin Julia (großartig: Kristin Scott Thomas) bei Recherchen über die Pariser Judenverfolgung heraus. Sie ist überdies mit einem Franzosen liiert, dessen Eltern einst die Wohnung von Sarahs Familie übernahmen. Durch das Verschränken der beiden Erzählebenen reflektiert „Sarahs Schlüssel“ nicht nur das Grauen der Geschichte, sondern auch deren Einfluss auf die Gegenwart.                    

Text: Cristina Moles Kaupp

Foto: Camino Filmverleih

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: „Sarahs Schlüssel“ im Kino in Berlin

Sarahs Schlüssel Frankreich 2010; Regie: Gilles Paquet-Brenner; Darsteller: Kristin Scott Thomas (Julia Armond), Mйlusine Mayance (Sarah Starzynski), Niels Arestrup (Jules Dufaure); 104 Minuten; FSK k.A.

Kinostart: 15. Dezember

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