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Animationsfilm

„Sausage Party – Es geht um die Wurst“ im Kino

Es ist eher selten, dass es in Animationsfilmen um Sex geht. Die Zeiten von Robert Crumbs Sexmaniac Fritz the Cat sind lange vorbei, und bei Disney ficken die Prinzessinnen vermutlich nur, wenn gerade keiner hinsieht.

Foto: Sony Pictures

Das ist in „Sausage Party“ vollkommen anders: Hier wird gerieben, gestöhnt und gerammelt – und zwar von Lebensmitteln im Supermarkt. Nix für Kids also. Die Wurst muss ins Brötchen, das ist der Gag, den uns die Drehbuchautoren (darunter die für ihre Bad-Taste-Komödien bekannten Seth Rogen und Evan Goldberg) schmackhaft machen wollen. Leider ist es genaugenommen auch der einzige, ständig wiederholte Gag, was – selbst für den Fall, dass man dies in einem plötzlichem Anfall von präpubertärem Humor tatsächlich lustig findet – auf anderthalb Stunden gerechnet etwas dürftig erscheint.

Einen Plot gibt es auch, aber der hat interessanterweise mehr mit Religionsphilosophie als mit Sex zu tun: Da stellen sich die Konsumprodukte die Menschen als Götter vor und glauben an ein tolles Leben als Auserwählte jenseits der Supermarktkasse. Als das Gerücht aufkommt, das würde gar nicht stimmen, ist die Verwirrung groß, und Frank die Wurst macht sich auf, um die vermutlich schreckliche Wahrheit zu ergründen. Das hätte als unspektakulär, aber kompetent animierte Abenteuergeschichte vielleicht funktionieren können. Doch im Ergebnis stehen Plot und Zoten nur beziehungslos nebeneinander.

Sausage Party USA 2016, 89 Min., R: Conrad Vernon, Greg Tiernan, Start: 6.10.

Bewertungspunkte5

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