Kino & Stream

„Schoßgebete“ im Kino

Schoßgebete

„Unser Gehirn weiß, was es aushalten kann“, sagt die kundige Psychotherapeutin zu Elizabeth Kiehl (Lavinia Wilson). Denn immer wieder kehrt diese während ihrer Therapie-Monologe zu einem Ereignis aus der Vergangenheit zurück, das sich im Jetzt an einer ganzen Reihen von Neurosen manifestiert. Elizabeth kann nicht fassen, dass ihre Mutter und Geschwister auf einer Autoreise von England nach Deutschland in einer Massenkarambolage gerieten, alle drei Geschwister starben. Mit ihrem Hochzeitskleid auf dem Autodach festgeschnürt. Elizabeth hadert mit der grundlosen Sterblichkeit ohne Aussicht auf ein glückliches Danach:“Nein, wir sehen uns später nicht alle wieder! Genauso wenig, wie sich die Hühnchen aus der Hühnerfabrik später im Hühnchenhimmel wiedersehen!“ Impulse zum Leben gibt es dennoch, zum Beispiel in Form von Mann Georg (Jürgen Vogel), Wurmbefall oder Heizdecken. Sönke Wortmanns Adaption von Charlotte Roches partiell-autobiografischem, gleichnamigem Roman hätte Potenzial geboten, ist aber leider allzu kärglich inszeniert.

Text: Carolin Weidner

Foto: 2014 Constantin Film Verleih GmbH / Tom Trambow

tip-Bewertung: Zwiespältig

Orte und Zeiten: „Schoßgebete“ im Kino in Berlin

Schoßgebete, Deutschland 2014; Regie: Sönke Wortmann; Darsteller: Lavinia Wilson (Elizabeth Kiel), Jürgen Vogel (Georg Kiehl), Juliane Köhler (Frau Drescher); 93 Min.

Kinostart: Do, 18. September 2014

Mehr über Cookies erfahren