Kino & Stream

„Side Effects“ von Steven Soderbergh

SenatorFilmVerleihEmily Taylor könnte so glücklich sein: Gerade ist ihr Ehemann aus dem Gefängnis entlassen worden, wo der Börsenmakler wegen Insiderhandels einsaß. Doch Emily ist immer weniger bei sich selber, fährt ihren Wagen im Parkhaus gegen eine Wand, tritt im U-Bahnhof gefährlich nahe an die Bahnsteigkante heran und begeht schließlich eine unfassbare Tat. Wirklich unfassbar? Oder ist sie Opfer der Medikamente, die ihr der Psychiater Dr. Taylor verschrieb? Was wie ein Drama über die Nebenwirkungen von Medikamenten beginnt, kippt später um in einen Thriller, in dem es um Gier geht. Davon darf man sich als Zuschauer, der das eine erwartet und das andere bekommt, durchaus düpiert fühlen. Es macht aber zugleich deutlich, wie das Erzählkino es vermag, uns auf falsche Fährten zu locken und unsere Gefühle zu manipulieren. Die erste Einstellung des Films, die jene von Hitchcocks „Psycho“ zitiert, ist ein deutlicher Hinweis darauf. „Side Effects“, mit dem sich Steven Soderbergh vom Kino verabschiedet, um sich anderen Ausdrucksformen zuzuwenden, ist in seiner entdramatisierten Erzählweise und mit dem verhaltenen Spiel von Jude Law ein gelungenes Stück Genrekino und zugleich mehr.

Text: Frank Arnold

Foto: Senator Film Verleih

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: „Side Effects“ im Kino in Berlin

Side Effects USA 2013; Regie: Steven Soderbergh; Darsteller: Jude Law (Dr. Jonathan Banks), Rooney Mara (Emily Taylor), Catherine Zeta-Jones (Dr. Victoria Siebert); 106 Minuten; FSK 12;

Kinostart: 25. April

Mehr über Cookies erfahren