Biopic

„Sie nannten ihn Spencer“ im Kino

Fanfutter und Doppelbackpfeifen – Eine Reise zu Bud Spencer

Foto: Neue Visionen

„Ein Blonder und ein Blinder auf der Suche nach Bud Spencer“, der Satz auf dem Plakat weckt Erinnerungen an die schnoddrigen Synchronisationen, mit denen Rainer Brandt in den 70ern Serien wie „Die 2“ oder die Filme mit Bud Spencer aufmöbelte. Von der Film­kritik seinerzeit als immergleiche Prügelorgien geschmäht, belegt etwa „Vier Fäuste für ein Hallelujah“ mit 15 Millionen Zuschauern immer noch einen Platz unter den erfolgreichsten Filmen an deutschen Kinokassen.
Zu den Fans gehören auch Marketing-Manager Marcus und der von Geburt an blinde Büro­kaufmann Jorgo. Dieser Dokumentarfilm begleitet sie bei ihrem Versuch, ihr Idol persönlich zu treffen. Bei ihrem weiten Weg nach Rom begegnen sie mehreren Weggefährten (die schöne Geschichten zu erzählen wissen) – aber wird es ihnen auch gelingen, Carlo ­Pedersoli (so Spencers bürgerlicher Name) selber die Hand zu schütteln?
Dies ist ein Film von, mit und für Fans, finanziert zum Teil durch Crowdfunding – aber man muss kein Spencer-Fan sein, um am Debüt des Österreichers Karl-Martin Pold Gefallen zu finden, denn sein Roadmovie ist so informativ wie vergnüglich, nähert sich durch die Erzählerstimme von Thomas Danneberg (die Synchronstimme von Terence Hill) und Filmclips den Spencer-Filmen an. Dass der im Juni 2016 verstorbene Bud Spencer einst italienischer Schwimmchampion war, ist bekannt, aber er war zudem Erfinder, Modedesigner und vieles andere. So etwas kann man auch nachlesen, die Demonstration der Doppelbackpfeife und anderer präzise geplanter Stunts aber muss man sehen.

Sie nannten ihn Spencer A/D 2017, 122 Min., R: Karl-Martin Pold, Start: 27.7.

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