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Nach einer wahren Begebenheit: „Sieben Tage Sonntag“ im Kino.

Sieben Tage SonntagAdam geht nicht mehr zur Schule, er hat aber auch keine Arbeit. Er lebt einfach in den Tag hinein, einen Unterschied zwischen Werktag und Wochenende kennt er nicht. So erklärt sich der Titel des ersten Films von Niels Laupert: „Sieben Tage Sonntag“ bezeichnet die Eintönigkeit eines Lebens in bröckelnden Sozialwohnbauten, in den Ruinen eines untergegangenen Gesell- schaftsexperiments.
Adam (Ludwig Trepte) ist eigentlich ein guter Typ, aber seine Freundschaft zu dem aggressiven Tommek (Martin Kiefer) zieht ihn immer wieder runter. Eines Tages begehen die beiden jungen Männer eine grausame Tat ohne großes Motiv, sondern beinahe im Stil eines nihilistischen Experiments. Dabei wäre es durchaus von Interesse, die Hintergründe dieser Geschichte, die auf einem tatsächlichen Fall aus einer polnischen Kleinstadt beruht, besser zu verstehen. Aber Niels Laupert beschränkt sich auf Stimmungen, er ist mehr daran interessiert, die Rätselhaftigkeit und Sinnlosigkeit der Tat ästhetisch interessant zu machen, als den Figuren ein wenig mehr Tiefe und Komplexität zu geben. So verschenkt „Sieben Tage Sonntag“ seine guten jungen Schauspieler an eine ein wenig zu stilverliebte Inszenierung.

Text: Bert Rebhandl

tip-Bewertung: Zwiespältig

Sieben Tage Sonntag, Deutschland 2007, Regie: Niels Laupert, Darsteller: Ludwig Trepte (Adam), Martin Kiefer (Tommek), Jil Funke (Sara), Farbe, 80 Minuten

Kinostart: 5. März 2009

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