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"Silent Heart" im Kino

"Silent Heart" im Kino

Esther ist eine pensionierte Lehrerin um die 70 und leidet an einer unheilbaren Nervenkrankheit. Ihr Mann Poul, Arzt im Ruhestand, soll Esther am Ende eines letzten Familienwochenendes aus dem Leben helfen. Soweit der Plan.
Zu Beginn des Films hat die Diskussion des Für und Wider von Esthers Sterbewunsch zwischen ihr, ihrem Mann und den beiden erwachsenen Töchtern Heidi und Sanne bereits stattgefunden. Alle haben Esthers Entscheidung ­akzeptiert. So kommen sie im Haus der Eltern auf dem Land zusammen: Töchter, Partner, Enkel und Esthers beste Freundin Lisbeth. Dann werden Nerven verloren, Beschlüsse in Frage gestellt, alte Wunden aufgerissen, neue Rechnungen präsentiert. Kurz: Die Familie macht, was eine Fami­lie am besten kann: Drama.
Man mag sich den rührseligen Schmonzes gar nicht ausmalen, den Hollywood aus diesem bitterharten Stoff gekocht hätte. Und in der Tat lädt Christian Torpes Drehbuch mit unnötigen kolportagehaften Wendungen im letzten Drittel zum Absturz ins Sentimentale ein. Doch die präzise Schauspielkunst nüchterner Dänen, ­allen voran Ghita Nшrby als Esther, rettet den Plot aus den platzierten Stolperfallen hinüber ins aufrichtig Empfundene.    

Text: Alexandra Seitz

Foto: Movienet Film

Orte und Zeiten: Silent Heart

Stille Hjerte (OT) DK 2014, 98 Min., R: Bille August; D: Ghita Nшrby, Paprika Steen, Danica Curcic, Pilou Asbжk

Kinostart: Do, 24. März 2016

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