Musikdoku

„Silvana“ im Kino

Radikales Role Model – Kämpferisch, mitreißend und kompromisslos: Silvana

Mantaray Film

2012, mit 26 Jahren begann die Musikkarriere der Schwedin Silvana Imam. Ein gutes Alter, um im HipHop zu reüssieren. Ein junges Alter, um binnen weniger Jahre mit radikalen, queer-feministischen Texten zum „Rap-Riot-Girl“ und zu ­einem Role Model für viele junge Schwedinnen zu avancieren.

Der Dokumentarfilm „Silvana“ versucht das Phänomen, das diese Künstlerin darstellt, in seinen verschiedenen Facetten näher zu bringen: als öffentliche Frau, als feministische Kämpferin, als zweifelnde Künstlerin, als liebende Frau. Ein vielschichtiges Unterfangen, dem sich das Regisseurinnen-Trio Gustafson, Kastebring und Tsiobanelis in seinem Erstlingsfilm widmet und dem deshalb manche handwerkliche Schwäche zu verzeihen ist. So ist einer der Eckpunkte des Films, die öffentliche, lesbische Liebesbeziehung zwischen Silvana und der schwedischen Popsängerin Beatrice Eli, in ihrer Bedeutung und Brisanz für ein Publikum außerhalb Schwedens nicht so leicht nachvollziehbar.

Mehr Hintergrund und damit auch ein besseres Verständnis für ihre kompromisslose Haltung vermittelt da die Migrationsbiografie Silvanas mit ihren lettisch-syrischen Wurzeln. Die Wut in ihren Texten entspringt dem Druck einer permanenten Selbstbehauptung als lesbische Frau in einem von Machotum dominierten Musikgenre und ­ihrem Konfrontationskurs gegen ein anschwellendes rassistisches Grundrauschen in der schwedischen Gesellschaft.

Silvana S 2017, 90 Min., R: Mika Gustafson, Olivia Kastebring, Christina Tsiobanelis, Start: 23.8.

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