Buddymovie

„Simpel“ im Kino

Zwei Brüder: Wenn der „Simpel“ mit dem Ben …

Universum DCM

Vieles ist Simpel (David Kross), aber eines sicherlich nicht: simpel. Ein komplexer Charakter Ende 20, geistig eingeschränkt wegen zu wenig Sauerstoff bei der Geburt. Ein fröhlicher Kerl, auf alle Reize sofort ­reagierend. Immer an Simpels Seite, außer dem Stofftier Hasehase: sein Bruder Ben (Frederick Lau), der sich aufopferungsvoll um Barnabas, wie Simpel eigentlich heißt, kümmert.
Als die Mutter stirbt, soll Simpel in ein Heim. Das kann Ben nicht zulassen, mit seinem Bruder wagt er eine überstürzte Odyssee nach Hamburg. Den Vater (Devid Striesow) will Ben dort finden, der soll die Einweisung ins Heim verhindern. Die beiden Ausreißer landen bei der Studentin Aria (Emilia Schüle), bei der sie vorübergehend unterkommen. Doch eines ist nicht zu übersehen: Mit der ­Betreuung Simpels ist Ben auf die Dauer über­fordert, sein eigenes Leben bleibt dabei auf der Strecke. Und dann ist Simpel plötzlich verschwunden, mitten in der Großstadt.

Basierend auf dem französischen Bestseller ­„Simple“ von Marie-Aude Murail erzählt Regisseur Markus Goller („Friendship“) von zwei Brüdern, die auch eines sind: beste Freunde. Dass man empathisch dabei ist, liegt vor allem an den Leistungen der beiden Hauptdarsteller: David Kross hat bei gehandicapten Menschen genau hingesehen und geht in seiner Rolle vollkommen auf, und Frederick Lau ist als Kumpel zum Pferdestehlen sowieso unschlagbar. Diesen beiden ist es vor allem zu verdanken, dass „Simpel“ eine hoch emotionale und niemals anbiedernde Hommage an das ­Anderssein und die Toleranz geworden ist.

Simpel D 2017, 113 Min., R: Markus Goller, D: Frederick Lau, David Kross, Emilia Schüle, Devid Striesow, Start: 9.11.

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