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„Sing! Inge, Sing! – Der zerbrochene Traum der Inge Brandenburg“ im Kino

Sing! Inge, Sing!

Bereits in seinen Dokumentationen über Bert Kaempfert und Gitte Haenning hatte sich Regisseur Marc Boettcher mit Musikern beschäftigt, die den Spagat zwischen der von ihnen geliebten Jazzmusik und dem von kommerziellen Erwägungen geleiteten Diktat des Plattenbusiness bewältigen mussten. Im Gegensatz zu den erwähnten Stars hat die Protagonistin von Boettchers jüngstem Film „Sing! Inge, Sing!“ genau diese Gratwanderung weniger gut bewältigt  und letztlich keine große Karriere gemacht: Inge Brandenburg, in den 1950er-Jahren als Deutschlands beste Jazzsängerin apostrophiert, starb 1999 einsam und verarmt an den Spätfolgen ihrer Alkoholsucht. Eigenwillig und im Umgang mit anderen Menschen offenbar wenig konziliant, scheiterte sie an der Diskrepanz zwischen ihren künstlerischen Ansprüchen und einer Realität, in der sie lediglich Schlagerplatten aufnehmen durfte.
Akribisch zeichnet Boettcher mithilfe von Bild- und Tondokumenten sowie Interviews mit einstigen Weggefährten Leben und Karriere der Sängerin nach und gibt dabei vernünftigerweise vor allem ihren (TV-) Performances viel Raum, die überraschend faszinierend belegen, dass hier eine Interpretin von Weltformat völlig in Vergessenheit geraten ist.

Text: Lars Penning

Foto: Salzgeber

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: „Sing! Inge, Sing!“ im Kino in Berlin

Sing! Inge, Sing! – Der zerbrochene Traum der Inge Brandenburg, Deutschland 2011; Regie: Marc Boettcher; 118 Minuten; FSK k.A.

Kinostart: 27. Oktober

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