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„Slumdog Millionär“ gewinnt acht Oscars

Slumdog MillionärMit einer Überraschung endete in der Nacht vom Sonntag auf Montag die 81. Oscar-Verleihung im Kodak-Theatre in Los Angeles. Nicht der große Favorit „Der seltsame Fall des Benjamin Button“ (13 Nominierungen) ging als großer Sieger aus der Zeremonie hervor, sondern die gerade mal 15 Millionen Dollar teure Produktion „Slumdog Millionär“ des britischen Regisseurs Danny Bolye. Das indische Märchen wurde zum „Besten Film des Jahres“ gekürt und gewann insgesamt acht Auszeichnungen. In Deutschland startet der Film am 19. März.
Mit der Verleihung des Oscars an Boyles Liebesgeschichte über einen bitterarmen indischen Jungen, der bei einem Fernsehquiz die Millionenfrage richtig beantwortet, setzte die Academy of Motion Picture Arts and Sciences ein Zeichen für innovative, mutige und durchaus kleine Filme.
Für den großen Favoriten des Abends, die fast zehnmal teurere Produktion „Der seltsame Fall des Benjamin Button“, reichte es am Ende nur für drei Oscars in eher unwichtigen Kategorien.
So wurde auch Brad Pitt in der Kategorie „Bester Hauptdarsteller“ von Sean Penn ausgestochen, der für seine Leistung in „Milk“ ausgezeichnet wurde. Auch dies darf durchaus als Überraschung angesehen werden, hatten die Experten vorher doch eher mit einer Auszeichnung von Mickey Rourke für „The Wrestler“ gerechnet. Für Penn ist es nach „Mystic River“ bereits der zweite Oscar als bester Hauptdarsteller.
Keine Überraschung gab es bei der Auszeichnung der „Besten Hauptdarstellerin„. Die bereits mit zwei Golden Globes ausgezeichnete Kate Winslet gewann für ihre Rolle in „Der Vorleser“ auch den Oscar.
Posthum als bester Nebendarsteller wurde der im Januar 2008 verstorbene Schauspieler Heath Ledger für seine Rolle des Jokers in „The Dark Knight“ geehrt. Der Preis für die beste Nebendarstellerin ging an Penelope Cruz für dem Film „Vicky Cristina Barcelona„.
Grund zur Freude gab es auch in Berlin. Als bester Kurzfilm wurde „Spielzeugland“ des 40-jährigen Regisseurs Jochen Alexander Freydank ausgezeichnet. Der 14 Minuten lange Film zeigt die Geschichte einer Mutter, die während des zweiten Weltkriegs ihrem Sohn verschweigt, dass die jüdischen Nachbarn ins KZ deportiert wurden.
In der Kategorie „Bester nicht englischsprachiger Film“ ging das deutsche RAF-Drama „Der Baader-Meinhof-Komplex“ leer aus und musste sich dem japanischen Drama „Departures“ geschlagen geben.

Lesen Sie hier: Ein Porträt des deutschen Oscar-Gewinners Jochen Alexander Freydank

Die wichtigsten Oscar-Gewinner im Überblick:

Bester Film des Jahres: „Slumdog Millionär
Bester Hauptdarsteller: Sean Penn für „Milk“
Beste Hauptdarstellerin: Kate Winslet für „Der Vorleser“
Bester Nebendarsteller: Heath Ledger für „The Dark Knight“
Beste Nebendarstellerin: Penelope Cruz für „Vicky Cristina Barcelona“
Beste Regie: Danny Boyle für „Slumdog Millionär“
Bester nicht-englischsprachiger Film des Jahres:“Departures (Okuribito)
Beste Dokumentation: „Man On Wire“ von James Marsh und Simon Chinn
Bester Animationsfilm: „Wall.E“ von Andrew Stanton
Beste Kurz-Dokumentation: „Smile Pinki“ von Megan Mylan
Bester animierter Kurzfilm: „La Maison en petits cubes“ von Kunio Kato
Bester Kurzfilm: „Spielzeugland“ von Jochen Alexander Freydank
Bestes adaptiertes Drehbuch: Simon Beaufoy für „Slumdog Millionär“
Bestes Original-Drehbuch: Dustin Lance Black für „Milk“

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