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„Smashed“ im Kino

Smashed

Das Bett ist vollgepisst, die Bierflasche steht beim Duschen schon parat, und der Schluck aus dem Flachmann im Auto ist vor dem Gang zur Arbeit obligatorisch. Dass die Lehrerin Kate ein Alkoholproblem hat, wird nicht erst deutlich, als sie vor ihren Grundschulkindern auch noch die Klasse vollkotzt. Gleichwohl macht „Smashed“ (Regie: Jamie Ponsoldt) aus Kates Geschichte kein Drama mit Zähneklappern und erhobenem Zeigefinger. Ihr Trockenwerden, die Besuche bei den Anonymen Alkoholikern, ein Rückfall und der Neuanfang – das alles erzählt der Film eher knapp und elliptisch. Das eigentliche Drama liegt hier in Kates (mädchenhaft sympathisch: Mary Elisabeth Winstead) nunmehr trockenem Blick auf das bisherige Umfeld: den ebenso alkoholkranken Ehemann Charlie (Aaron Paul), der sich um nichts Sorgen macht, die Freunde, mit denen das abendliche Feiern und Trinken bislang so viel Spaß gemacht hat. Sie alle haben sich nicht verändert, sind nicht erwachsen geworden. Und so werden die Probleme statt weniger erst einmal größer, der Film wartet dabei nicht mit allzu offensichtlichen Lösungen auf: Am Ende ist Kates Ehe kaputt und das Leben irgendwie langweiliger geworden. Dafür ist es aber selbstbestimmt.

Text: Lars Penning

Foto: 2012 Sony Pictures Releasing GmbH

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: „Smashed“ im Kino in Berlin

Smashed, USA 2012; Regie: Jamie Ponsoldt; Darsteller: Mary Elizabeth Winstead (Kate Hannah), Aaron Paul (Charlie Hannah), Octavia Spencer (Jenny); 81 Minuten; FSK 12

Kinostart: 9. Mai

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