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„Snowman\s Land“ im Kino

Snowman's Land

Der schon zu Tode zitierte Tarantino-Style? Und dann auch noch „Fargo“ der Coen-Brüder? Die Inspirationen für Tomasz Thomsons Debüt „Snowman’s Land“ machen eigentlich skeptisch. Doch der Filmemacher findet durchaus einen eigenen Dreh für seine Geschichte um den Berufs­killer Walter. Weil der gerade einen Auftrag vermasselt hat, verschlägt es ihn nun irgendwo ins verschneite, von der Trostlosigkeit gestreifte Osteuropa. Dort soll er mit seinem Kollegen Micky auf ein verlassenes Hotel aufpassen. Doch als die Frau ihres Auftraggebers unbeabsichtigt von Micky beim Sex erschossen wird, gerät die Situation außer Kontrolle. Das Kriminellenpersonal des Films wirkt dabei gekonnt angeschrägt, und der Humor treibt immer wieder ins eingeschwärzt Absurde. Das Versprechen seines Anfangs kann „Snowman’s Land“ trotzdem nicht ganz halten: Nicht nur die lakonische Erzählung lahmt zwischendurch ein bisschen, auch die trocken ausgespuckten Dialoge erreichen nicht immer das angepeilte Lässigkeitslevel. Dennoch gehört diese eingeschneite Fast-schon-Kammerspiel-Killerkomödie zu den gelungeneren Anläufen deutschen Genrekinos.

Text: Sascha Rettig

tip-Bewertung: Annehmbar

Orte und Zeiten: „Snowman’s Land“ im Kino in Berlin

Snowman’s Land, Deutschland 2009; Regie: Tomasz Thomson; Darsteller: Jürgen Rißmann (Walter), Thomas Wodianka (Micky), Reiner Schöne  (Berger); 98 Minuten

Kinostart: 30. September

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