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Horrorfilm „So finster die Nacht“ im Kino in Berlin

So finster die NachtDer zwölfjährige Oscar wohnt mit seiner Mutter in dem trostlosen Stockholmer Vorort Blackeberg. Er lebt momentan all das durch, was einem Kind das Leben zur Hölle machen kann. Seine Eltern sind geschieden, und er wird von seinen Klassenkameraden schikaniert. Deshalb irrt der schlaksige blonde Junge meist allein auf dem verschneiten Spielplatz umher und gibt sich seinen Rachegedanken hin. Doch bevor er zu einer menschlichen Zeitbombe werden kann, gesellt sich, immer wenn es dunkel wird, ein ebenfalls zwölfjähriges Mädchen zu ihm. Eli ist trotz der bitteren Kälte barfuß, nur leicht bekleidet und sehr blass. Und seit sie in Blackeberg wohnt, hängen blutleere Leichen kopfüber an Bäumen oder sind im naheliegenden See festgefroren. Eli ist ein selbstbewusstes Vampirmädchen und kümmert sich um den eingeschüchterten Oscar. Sie zeigt ihm, wie er sich gegen seine sadistischen Klassenkameraden zur Wehr setzen kann. Natürlich ist der Außenseiter Oscar ganz fasziniert von dem seltsamen Mädchen.
So finster die Nacht„So finster die Nacht“ ist die Verfilmung des gleichnamigen Erfolgsromans von John Ajvide Lindqvist, der auch das Drehbuch für den Film verfasste. Die langsame, fast meditative Erzählstruktur verleiht dem Film einen spröden Realismus, der weit entfernt ist von gängigen Horrorfilmklischees. Die stimmungsvollen Bilder der desolaten Wohnblocks und verschneiten Straßen strahlen eine unangenehme Kälte aus und lassen den Zuschauer schon die ers­te Gänsehaut über den Rücken huschen. Die kargen Vorortlandschaften sind in der Februarkälte zu frostigen und farblosen Standbildern erstarrt. Erst wenn warmes Blut aus geöffneten Kehlen auf gefrorenen Schnee spritzt, kommt Leben und Geschwindigkeit in den Film.

Text: Jörg Buttgereit

Sehenswert

So finster die Nacht (Lat den rätte komma in)
Schweden 2008; Regie: Tomas Alfredson; Darsteller: Kеre Hedebrant (Oskar), Lina Leandersson (Eli); Farbe, 110 Minuten

Kinostart: 23. Dezember 2008

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